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Noch bis Sonntag, 19. Mai 2019: Ausstellung in Lahrer Klinikkapelle – „Tod am Anfang des Lebens“

Ort: Klinikkapelle im Ortenauklinikum Lahr, folgen Sie der Beschilderung am Eingang
Geöffnet: Die Ausstellung ist ganztägig geöffnet (ausserhalb der Gottesdienste)

Viele Schwangerschaften enden – bevor ein Kind lebensfähig ist. Oder es gibt Todesfälle während der Geburt. Ob Fehlgeburt, Totgeburt oder Tod kurz nach der Geburt – dies ist ein Schicksalsschlag – der nur schwer zu verkraften ist.
Für viele Betroffene ist es zudem schwer – im Umfeld auf eine Mauer aus Schweigen zu treffen. Angehörige und Personen aus dem Freundeskreis schweigen, aus Angst, den Betroffenen noch mehr Schmerz zuzufügen, wenn man den Tod des Kindes offen anspricht.

Ulrike Grass (Gründerin der Gruppe Sternschnuppe) hat die Ausstellung nach Lahr geholt und in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Trauer Lahr ermöglicht, dass das Thema hier in Lahr einen offiziellen Rahmen bekommt.

Die Plakate der Ausstellung zeigen Möglichkeiten und Ritualen zur Trauerbewältigung. Auch nach Jahren noch, kann man eine früher oft schmerzhaft verschwiegene Fehl- oder Totgeburt noch verarbeiten und seinem Herzen eine positive Erinnerung an das Geschehene geben.

Die Gruppe Sternschnuppe hat zudem Plakate anfertigen lassen mit einigen unserer Sternenkinder-Geschichten. Hier in Lahr und Umgebung sind unsere Sternenkinder verstorben und die Mütter erzählen davon. Sie berichten, was und wie sie es erlebt haben – welche Aussagen aus dem Umfeld schmerzhaft für sie waren, aber auch, was ihnen in der schweren Zeit geholfen hat.
Der Tenor dieser Sternenkind-Mamas: Es tut gut, über das Kind reden zu dürfen. Es tut gut, offen über den Schmerz reden zu dürfen und nichts verschweigen zu müssen. Die Trauer teilen zu dürfen hilft den Betroffenen sie zu verarbeiten.

Ein Büchertisch der Buchhandlung Schwab gibt die Möglichkeit, Literatur zum Thema Trauer, Trauerbewältigung in diesem Zusammenhang zu bestellen.

Eine Nähgruppe, „HerzensSache“ in Hugsweier stellt Sternenkinder-Bettchen aus. Sie trifft sich 2 mal Jährlich zum Nähen der Bettchen, die in den Kliniken in Offenburg und Lahr gebraucht werden, wenn Sternenkinder geboren werden. Und es werden viele davon gebraucht.

Die Ruhe der Lahrer Klinikkapelle bietet eine passende Atmosphäre für Betroffene oder Angehörige, aber auch für Nichtbetroffene, sich zu informieren, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und Hilfsangebote und Rituale kennenzulernen, die hier vor Ort möglich sind.

Impressionen der Ausstellungseröffnung:


 

Kommentar bei der Ausstellungseröffnung:

Als ich meiner Mutter (82) den Flyer der Ausstellung „Tod am Anfang des Lebens“ zeigte, sagte sie mir:“Das hab ich schon lange hinter mir“.

…und sie begann zu erzälen.

Im Alter von 60 Jahre erfuhr ich zum ersten mal, das ich eigentlich einen Bruder hatte, der während der Schwangerschaft verstorben war. Das jüngste Geschwisterkind das noch darauf folgte wurde von der Mutter immer sehr verhätschelt und ich konnte mir nie einen Reim darauf machen. Jetzt ist mir vieles klar geworden.

Damals wurde einfach nicht darüber gesprochen. Nicht einmal in der eigenen Familie.