Besuch der Gedenkstätte in Freiburg (Hauptfriedhof)

Das Kindergrabfeld auf dem Freiburger Hauptfriedhof ist bunter und größer geworden.

Ein bunter Vogel aus Mosaiken, der im Sonnenschein strahlt, ein Klettergerät für Kinder und mehrere Holzbänke. An zentraler Stelle steht ein farbiger Seelenvogel, der an ein Kinderbuch von Michal Snunit und Na’ama Golomb angelehnt ist.

Ein Seelenvogel für Sorgen

Darin können trauernde Kinder dem Seelenvogel ihre Sorgen mitteilen. Genauso ist das jetzt bei dem Freiburger Vogel. In einen Schlitz können dort Zettel mit Nöten oder Wünschen eingeworfen werden. Der Seelenvogel geht auf einen Entwurf des 90-jährigen Künstlers Franz Gutmann aus dem Münstertal zurück.

Drei Schülerinnen des Droste-Hülshoff-Gymnasiums beklebten die Skulptur aus Spritzbeton mit farbigen Fliesen. Einige Wochen verbrachten Luisa Meiershofer, Tiffany Nakayma und Elisa Schwering dafür immer freitags nach der Schule in der Werkstatt auf dem Hauptfriedhof. Mit dem Ergebnis sind sie zufrieden. Neben dem Vogel gibt es auch eine Natursteinmulde. Dort liegen große Steine, die Eltern oder Geschwister mit dem Namen des verstorbenen Kindes versehen können.

Die Gruppe Sternschnuppe hat ihren Sommerausflug am 12. Juli 2019 (25 Jahre Sternschnuppe) dorthin unternommen und danach noch auf dem Mundenhof vorbei geschaut.

Unsere Eindrücke

Als selbst betroffene Eltern ist dieser Ort der Trauer sehr gelungen. Es ist ein warmer, freundlicher Ort, der trotzdem genug Raum für Ruhe bietet. Die Spielgeräte für betroffene Geschwister sind ein Segen, denn aus Erfahrung wird den Kindern mit der Zeit der Friedhofsbesuch langweilig. Die Mütter kommen dann in den Zwiespalt – dass Sie ihr verstorbenes Kind weiterhin besuchen möchten, das Geschwisterkind dies aber nicht mehr möchte. Dieser Ort ist wirklich toll geworden.

Impressionen

(Fotos: Elke Huber)

25 Jahre Sternschnuppe: Ausflug nach Freiburg

Zu unserem Sommerausflug am Nachmittag mit Kindern haben wir uns in diesem Jahr in Freiburg getroffen.

Zuerst stand ein Besuch des neu gestalteten Gräberfeldes auf dem Hauptfriedhof an.

Link zu weiteren Fotos des Gräberfeldes

Danach ging es zum Mundenhof.

Unter diesem geschützten Link können die Teilnehmer die weiteren Fotos in der

Bildergallerie betrachten

 

 

Gästebucheinträge bei der Wanderausstellung

Noch bis Sonntag, 19. Mai 2019: Ausstellung in Lahrer Klinikkapelle – „Tod am Anfang des Lebens“

Ort: Klinikkapelle im Ortenauklinikum Lahr, folgen Sie der Beschilderung am Eingang
Geöffnet: Die Ausstellung ist ganztägig geöffnet (ausserhalb der Gottesdienste)

Viele Schwangerschaften enden – bevor ein Kind lebensfähig ist. Oder es gibt Todesfälle während der Geburt. Ob Fehlgeburt, Totgeburt oder Tod kurz nach der Geburt – dies ist ein Schicksalsschlag – der nur schwer zu verkraften ist.
Für viele Betroffene ist es zudem schwer – im Umfeld auf eine Mauer aus Schweigen zu treffen. Angehörige und Personen aus dem Freundeskreis schweigen, aus Angst, den Betroffenen noch mehr Schmerz zuzufügen, wenn man den Tod des Kindes offen anspricht.

Ulrike Grass (Gründerin der Gruppe Sternschnuppe) hat die Ausstellung nach Lahr geholt und in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Trauer Lahr ermöglicht, dass das Thema hier in Lahr einen offiziellen Rahmen bekommt.

Die Plakate der Ausstellung zeigen Möglichkeiten und Ritualen zur Trauerbewältigung. Auch nach Jahren noch, kann man eine früher oft schmerzhaft verschwiegene Fehl- oder Totgeburt noch verarbeiten und seinem Herzen eine positive Erinnerung an das Geschehene geben.

Die Gruppe Sternschnuppe hat zudem Plakate anfertigen lassen mit einigen unserer Sternenkinder-Geschichten. Hier in Lahr und Umgebung sind unsere Sternenkinder verstorben und die Mütter erzählen davon. Sie berichten, was und wie sie es erlebt haben – welche Aussagen aus dem Umfeld schmerzhaft für sie waren, aber auch, was ihnen in der schweren Zeit geholfen hat.
Der Tenor dieser Sternenkind-Mamas: Es tut gut, über das Kind reden zu dürfen. Es tut gut, offen über den Schmerz reden zu dürfen und nichts verschweigen zu müssen. Die Trauer teilen zu dürfen hilft den Betroffenen sie zu verarbeiten.

Ein Büchertisch der Buchhandlung Schwab gibt die Möglichkeit, Literatur zum Thema Trauer, Trauerbewältigung in diesem Zusammenhang zu bestellen.

Eine Nähgruppe, „HerzensSache“ in Hugsweier stellt Sternenkinder-Bettchen aus. Sie trifft sich 2 mal Jährlich zum Nähen der Bettchen, die in den Kliniken in Offenburg und Lahr gebraucht werden, wenn Sternenkinder geboren werden. Und es werden viele davon gebraucht.

Die Ruhe der Lahrer Klinikkapelle bietet eine passende Atmosphäre für Betroffene oder Angehörige, aber auch für Nichtbetroffene, sich zu informieren, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und Hilfsangebote und Rituale kennenzulernen, die hier vor Ort möglich sind.

Impressionen der Ausstellungseröffnung:


 

Kommentar bei der Ausstellungseröffnung:

Als ich meiner Mutter (82) den Flyer der Ausstellung „Tod am Anfang des Lebens“ zeigte, sagte sie mir:“Das hab ich schon lange hinter mir“.

…und sie begann zu erzälen.

Im Alter von 60 Jahre erfuhr ich zum ersten mal, das ich eigentlich einen Bruder hatte, der während der Schwangerschaft verstorben war. Das jüngste Geschwisterkind das noch darauf folgte wurde von der Mutter immer sehr verhätschelt und ich konnte mir nie einen Reim darauf machen. Jetzt ist mir vieles klar geworden.

Damals wurde einfach nicht darüber gesprochen. Nicht einmal in der eigenen Familie.