Gedenkfeier in Corona-Zeiten…? Jeder für sich – und doch zusammen!

Die Text-Suche für die Gedenkfeier war immer eine sehr schöne Zeit in sich zu gehen und sich mit dem Thema eine Stunde/mehr intensiv zu beschäftigen. Das möchte ich nicht missen. Was haltet ihr davon, wenn wir über die Whatsapp-Gruppe dazu aufrufen, einige Text-/Gedich-Beiträge zusammenzustellen und trotzdem ein Corona-Gedenkfeier-Booklet zu machen? 6-10 Textbeiträge oder auch Lieder, die euch über die schwere Zeit geholfen haben?

Wer möchte, könnte auch ein Video (Audio aufnehmen und es vorlesen. Ich kann dann ein Video daraus schneiden (Bildmaterial hab ich ja sehr viel) – dies dann schicken an Elke Huber mail@elkehuber.de oder Whatsapp: 0160-7241188

Thema:

„Wellen“? Corona-Welle, 2. Welle, Trauer-Welle, Meeres-Welle – umspülen, eintauchen, von einem weg fliessen….

Herzliche Grüße
Elke

 

Info: Vielen Dank an die Info von Tina mit dem Hinweis auf Projektunterstützung durch die Krankenkasse IKK Classic. Wir konnten Mittel für die Video-Gedenkfeier beantragen.


Hier sammeln wir Texte, Gedichte, Fotos, Lieder, oder eigene Worte/Erzählungen


Danke an Marion:

WELLE
W wie Welle
E wie Einsamkeit
L wie Last
L wie Leben
E wie Ewigkeit

Die Wellen des Lebens bringen uns oftmals einen Sturm, den wir nicht aushalten können, er drängt uns in die traurige Einsamkeit!
Es ist wie eine Last, die nicht gehen möchte, eine starke Welle hält uns fest gefangen!
Doch mit der Zeit, findet das Herz wieder eine Ruhe, die Wellen werden weniger, das Leben sucht sich wieder einen ‚anderen Weg‘. Das Rauschen der Trauer-Wellen finden ihre Zentrierung in der Ewigkeit!
Die Ewigkeit der Erinnerungen! Das kraftvolle Meer, die Wellen, der Sand, die Spuren, der Schmerz gehen in Sanftmut zum Horizont der Seele!

Autor unbekannt


Lied: Halleluja


Bild – Wolkenmeer…

 


Danke an Tina:


Danke an Nadine:

Wenn die Welllen…

Wenn die Wellen über mir zusammenschlagen,

tauche ich hinab,

nach Perlen zu fischen.

Mascha Kaléko, deutsche Dichterin

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Für Einen
(1934)

Die Andern sind das weite Meer.
Du aber bist der Hafen.
So glaube mir: kannst ruhig schlafen,
Ich steure immer wieder her.

Denn all die Stürme, die mich trafen,
Sie ließen meine Segel leer.
Die Andern sind das bunte Meer,
Du aber bist der Hafen.

Du bist der Leuchtturm. Letztes Ziel.
Kannst Liebster, ruhig schlafen.
Die Andern … das ist Wellenspiel,

Du aber bist der Hafen.

Mascha Kaléko, deutsche Dichterin

Quelle: „Für Einen“. Mascha Kaléko: Das lyrische Stenogrammheft. Erschienen 1956 im Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek. © 2015 dtv Verlagsgesellschaft, München.

xxx

An meinem Grabe

Da steht ihr nun, wollt mich betrauern
ihr glaubt, dass ich hier unten bin:
ihr mögt vielleicht zunächst erschauern –
doch schaut einmal genauer hin.

Ich bin nicht hier – wie ihr vermutet,
mein Körper mag hier unten sein,
doch während die Musik noch tutet
bin ich schon lang nicht mehr allein.

Seht ihr die Blätter dort im Wind?
Es sind sehr viele – sicherlich –
doch achtet drauf wie schön sie sind;
und eins der Blätter – das bin ich.

Seht die Wolken am Himmel ziehen,
schaut ihnen zu und denkt an mich,
das Leben war doch nur geliehen,
und eine Wolke – das bin ich.

Die Schmetterlinge auf der Wiese,
perfekt erschaffen – meisterlich,
ich bin so fröhlich grad wie diese,
und einer davon – das bin ich.

Die Wellen, die vom Bach getragen,
erinnern sie vielleicht an mich?
Ihr müsst nicht lange danach fragen:
denn eine Welle – das bin ich!

Blumen erblühen in all ihrer Pracht
die Rose und selbst der Wegerich,
und alle sind für euch gemacht
und eine Blume – das bin ich.

Ich möchte nicht, dass ihr jetzt trauert,
für mich wär das ganz fürchterlich.
Tut Dinge, die ihr nie bedauert:
Denn Eure Freude – das bin ich!

Autor: Heinz Rickal


Ein sehr schönes Lied zum Candle-Lighting-Day:


Von Elke:

Aus: TABALUGA

Tabaluga flüchtete sich ans Meer.
Der Horizont gab ihm Balance, er berauschte sich an Wellen und Wind und war erfüllt von fremden Gerüchen.
Nirgendwo ist man so allein und doch so eingebettet in die Natur wie am Meer.
Man wird wieder zum Kind.
Der Verstand kann sich erholen, die Sinne dürfen sich ausleben.
Die Zeit wird abgelöst durch die Gezeiten.
Probleme werden in das richtige Maß gerückt.
Die Liebe wächst.

Die Schildkröte Nessaja spricht zu Tabaluga:
„Ich vermute, du bist hier, um herauszufinden, wer du bist und woher du kommst. …
Und wenn du das Woher gefunden hast, was dann?…
Dann wirst du sicherlich nach dem Wohin suchen.
Und wenn du das weißt, dann wirst du nach dem Warum fragen:
Warum werde ich geboren?
Warum lebe ich?
Warum sterbe ich?
Dein ganzes Leben wirst du auf der Suche nach einer Antwort sein.
Und wenn du am Ende glaubst, die Lösung gefunden zu haben, dann wirst du feststellen,
dass du dich verändert hast,
oder die Zeit, in der du lebst.
Die Antworten ändern sich…“

Autorin: Gisela von Radowitz



Danke an Jessica:

Die Wellen der Freude, der Schmerzen, der Trauer, der Dankbarkeit, der Hoffnung und der erneuten Freude

Mit dem Anblick des ersten positiven Schwangerschaftstests kam die erste Welle der Erschrockenheit. Zugleich mit der Welle der unendlichen Freude auf eine Zukunft zu dritt.

Die Corona-Welle sorgte dafür, dass wir als junges Ehepaar uns zusammen sehr viel Zeit mit den Zukunftsplänen beschäftigten. Auch dort ging es auf und ab über die jeweiligen Vorstellungen. Letztendlich ging es sehr positiv für beide Beteiligten aus und alles blieb in ruhigen Gewässern.

Mit der 9. Schwangerschaftswoche kam die Welle des Schmerzes und der Trauer als wir unser kleines Sternenkind – ich nenne es gerne „unser Schmetterling“ – verloren hatten.

Diese Erfahrung hat uns sehr zusammengeschweißt. In dieser Zeit brach für mich die Welle der Dankbarkeit aus. Mein Mann hätte mich nicht besser in den schweren Wochen und Monaten unterstützen können.

Die Welle der Hoffnung ließ sich etwas Zeit kam schließlich doch an und erfüllte mich etwas.

Rund 7 Monate später folgte die Welle der erneuten Freude. Zurzeit hält sie nun 7 Wochen.

Jedes Leben hat Höhen und Tiefen. Genauso wie Wellen. Sie gehen auf und ab. Mal stärker, mal schwächer. Mal fröhlicher, mal schmerzhafter. Es ist die Kunst, wie wir sie entgegennehmen und wie wir mit ihr umgehen. Manchmal reisst sie uns mit und manchmal treibt sie uns voran.

Liedvorschlag von Jessica: