Archiv des Autors: Elke Huber

Lieber Besucher!

Flyer_Sternschnuppe_BildDies ist der Internetauftritt der STERNSCHNUPPE – einem Kontaktkreis für Eltern, die ein Kind durch Fehlgeburt, Totgeburt oder kurz nach der Geburt verloren haben.

Der Kontaktkreis hilft und berät Betroffene im Raum Ortenau. Es gibt regelmäßige Treffen an jedem 3. Dienstag im Monat in Seelbach. Gegründet hat die Gruppe Ulrike Grass, sie ist auch Ansprechpartnerin bei Anfragen und neuen Kontaktaufnahmen.

Unser Sternschnuppe Flyer:

Sternschnuppe-Flyer (PDF) zum Ausdrucken

Hinweis:

Die Gruppentreffen finden wieder in Seelbach in den renovierten Räumlichkeiten des evangelischen Pfarramtes statt – Anfahrt nach Seelbach


Aktuelles und Termine:

Ab hier stehen unsere Termine oder Aktuelles aus der Gruppe:

Buchtipp: Phantomeltern

Neuerscheinung zum Thema Totgeburt/Sternenkinder: „PhantomEltern“

Am 16. November 2020 erscheint ein ganz besonderes Buch, das sich eines Themas annimmt, das in der Gesellschaft gerne totgeschwiegen wird:

„PhantomEltern“, also Eltern, deren Kinder schon vor der Geburt im Mutterleib verstorben sind.

Die mittelfränkische Autorin Nina Weiß erzählt sehr persönlich, hautnah und doch auch pragmatisch von der Reise mit ihrem Sonntagswunder – ihrer Tochter Kiki. Sie möchte das tabuisierte Thema Totgeburt gesellschaftsfähig machen, zeigen, wie man einen solchen Schicksalsschlag überleben kann, ohne sich dabei auch selbst zu verlieren.

Der Leser begleitet Nina Weiß, die sich selbst als PhantomMutter sieht, durch die Freuden der Schwangerschaft, die Schrecken der Geburt und die Trauer nach dem Tod – offen, eindrücklich und mitreißend.

Zu beziehen ist das Buch über den Onlineshop der Verlagsdruckerei Schmidt  (https://www.verlagsdruckerei-schmidt.de/produkt/die-phantomeltern/), direkt per Mail an empfang@verlagsdruckerei-schmidt.de oder auch telefonisch beim Verlag unter der 09161/88 60-0, über den örtlichen Buchhandel und die Internetplattform Amazon.

Es ist uns ein Anliegen, dieses wichtige Thema öffentlich zu machen, zu verbreiten, damit aus dem Tabu ein Austausch werden kann, damit man nicht totschweigt, sondern Interesse zeigt, Empathie aufbringt.

Nina Weiß: „PhantomEltern – Die Reise mit unserem Sonntagswunder“
ISBN: 978-3-87707-196-0
Klappenbroschur, 221 Seiten, 14,8 cm x 21 cm
Ladenpreis: 24,90 €

13.12.2020: Gedenkfeier entfällt coronabedingt

Im Dezember halten wir eigentlich immer eine Gedenkfeier zum
Candle-Lighting-Day, am 2. Advent im Dezember ab.

2020 ist leider kein normales Jahr.

Coronabedingt wird die Gedenkfeier im Dezember in diesem Jahr nicht stattfinden.


Ein sehr schönes Lied zum Candle-Lighting-Day:

Die trauernde Mutter: eine wahre Superheldin

In der Mitglieder-Zeitschrift der Initiative Regenbogen steht in der aktuellen Ausgabe folgender Text von Jens McCormack, Still Standing Magazin (22.07.2018)
Frei übersetzt von Melanie Trimborn

Die trauernde Mutter ist eine Kämpferin.
Jeden Tag begegnet sie der Welt, während sie den größten aller Schmerzen in sich trägt. Sie lebt jeden Tag, obwohl ihr Kind diesen nicht erlebt.
Jeden Tag kämpft sie darum, aufrecht stehen zu bleiben, während die Trauer versucht, sie niederzureißen.

Die trauernde Mutter ist eine Superheldin.
Sie überlebt, sie wächst dank der Superkräfte, die ihr von ihrem Kleinen geschenkt wurden, das nicht bleiben konnte.

Ihre Augen

Die trauernde Mutter sieht Dinge, die andere nicht sehen können. Einen flatternden Schmetterling, eine Feder im Windhauch, ein herzförmiges Blatt, die Art und Weise, wie das Licht tanzt. Schönheit fängt ihre Augen und sendet eine Nachricht an ihre Seele von Demjenigen, den sie liebt und nicht länger halten kann. Die Sehkraft der Mutter ist kraftvoll, verbessert, um die Zeichen der Liebe einzufangen.

Ihr Gedächtnis

Auch wenn es manchmal wirr scheint, die Erinnerungen verschwommen und schwer zu fassen, das Gedächtnis der trauernden Mutter ist mächtig. Wenn es die passende Zeit ist, wenn es leise genug ist, sicher genug, kann sie sich in den lebhaftesten Details erinnern: an diese wertvolle Momente mit ihrem Baby, das Heranwachsen ihres Babys, den Abschied von ihrem Baby. Auch wenn sie fürchtet, dass diese Erinnerungen verblassen, werden sie es in Wahrheit nie, weil ihr Gedächtnis außergewöhnlich ist. Diese Momente sind für immer in ihr Herz geschnitzt, und keine noch so lange Zeit kann sie jemals löschen.

Ihre Unsichtbarkeit

Die Fähigkeit zu verschwinden, ist sowohl ein beschützende Kraft als auch ein Fluch für die trauernde Mutter.
Sie kann ihre Trauer unter einem Mantel aus Unsichtbarkeit verbergen. Wenn es zu schmerzhaft, zu persönlich, oder einfach zu viel ist, werden die, die es nicht schon wissen, ihren Verlust nicht sehen – es sei denn, sie schauen genau hin: auf die Sorge, die in ihren Augen immer da ist, oder auf ihre herabhängenden Schultern, mit denen sie das Gewicht ihrer Trauer trägt. DIe trauernde Mutter hat die Kraft, ihre Trauer zu verstecken, und mit dieser Unsichtbarkeit geht verzweifelte Einsamkeit einher, während sie sich danach sehnt, sich mit jemandem zu verbinden, der sie versteht. Jemandem, der ihr sagen kann, dass es sich nicht immer so anfühlen wird.

Ihre Maske

Wie viele Superhelden trägt sie eine Maske. Ihre Maske ist eindrucksvoll, aber sie verbirgt so viel Schmerz. Sie verbirgt ihre Traurigkeit, ihre tränengefurchten Wangen. Sie verbirgt ihre Wut, von der sie fühlt, dass sie für die meisten zu hässlich zum Ertragen ist. Die Maske sagt zur Welt „Ich komme klar“ und die Welt applaudiert ihr zu ihrem Mut. Aber innendrin schwindet die trauernde Mutter mit jedem Lob ein bisschen mehr dahin und wünschte, jemand könnte die zerbrochene Mama in ihr sehen.

Ihre Superkraft

Die trauernde Mutter hat eine Kraft, die Worten trotzt. Sie steht aufrecht, das Kinn erhoben mit sturer Entschlossenheit, die tapferen Augen weit geöffnet für diese Welt, in der das schlimmste Vorstellbare passiert ist.
Durch all ihre Kämpfe mit der Trauer trägt sie ihr Kind so zärtlich in ihrem Herzen.
Die Liebe, die von der trauernden Mutter ausgeströmt wird, wirft ein Licht in die Welt, das ist ihre größte Superkraft. Das ist es, was die trauernde Mutter zu wahren Superheldin macht.

Quelle: McCormack, Jess. The Bereaved Mother: A True Superhero. STill STanding Magazin, 22.07.2018; URL: https://stillstandingmag.com/2018/07/22/the-bereaved-mother-a-true-superhero/, Stand: 01.09.2019
Foto: Unsplash, Joey Nicotra

Anmerkung der Sternschnuppe:
Dieser Text ging uns nahe und hat uns Mut gemacht. Er hat ein anderes Licht auf das erlebte geworfen. Er hat uns gestärkt. Er hat uns vor Augen geführt, was wir schon geschafft haben. Oder was wir noch schaffen werden. In der Gruppe Sternschnuppe hören wir Ihnen gerne zu, wenn Sie über das erlebte Schicksal sprechen möchten. Denn genau das hat uns allen geholfen. Darüber reden dürfen, Nicht alleine sein. Kontakt

Symbol für viel zu früh verstorbene Kinder - Kontaktreis Sternschnuppe

Symbol für viel zu früh verstorbene Kinder – Kontaktreis Sternschnuppe Foto: Kim Myoung Sung CC


Sternschnuppen – Sternenkinder:
Damit bezeichnen wir Kinder die vor, während oder kurz nach der Geburt von uns gegangen sind.
Der poetischen Wortschöpfung Sternenkinder liegt die Idee zugrunde, Kinder zu benennen, die „den Himmel“ (poetisch: die Sterne) „erreicht haben, noch bevor sie das Licht der Welt erblicken durften“.
Unter diesen Begriffen findet man in der Online-Suche auch Foren, in denen man sich über seine Erfahrungen austauschen kann.

14.11.2020: Uniklinik Freiburg – Gedenkgottesdienst, 15 Uhr (VIDEO!)

Wir stehen in Kontakt mit der Freiburger Klinikseelsorge, die auch in jedem Jahr einen Gedenkgottesdienst für verstorbene Kinder veranstaltet. In diesem Jahr in einem anderen Format, wie Sie hier nachlesen können.

Informationen zum Gottesdienst (PDF)

Link zum Video-Gottesdienst am 14.11.2020 um 15 Uhr und danach zu sehen:

https://www.uniklinik-freiburg.de/behandlung/klinikaufenthalt/klinikseelsorge.html


Details:

Jedes Jahr im November findet ein Gedenkgottesdienst für verstorbene Kinder statt. Der Gottesdienst möchte Raum geben, sich der verstorbenen Kinder zu erinnern – Raum für Trauer und Klage, aber ebenso  für Bestärkung und Zuspruch in der Gemeinschaft und die Suche nach dem, was uns weiter leben lässt. Nach einem gemeinsamen Beginn gibt es parallel einen eigenen Gottesdienst für die Geschwisterkinder. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, bei Kaffee und Kuchen noch ein wenig beisammen zu sein. 2020 wird der Gedenkgottesdienst aus Infektionsgründen nicht als Präsenzgottesdienst stattfinden. Ersatzweise gibt es einen digitalen Gottesdienst, an dem Sie teilnehmen können. Der entsprechende Link wird ab dem 14. November 2020 freigeschaltet werden. Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an: gedenkgottesdienst@uniklinik-freiburg.de


Link zum Video-Gottesdienst am 14.11.2020 und danach zu sehen:

https://www.uniklinik-freiburg.de/behandlung/klinikaufenthalt/klinikseelsorge.html